EU CAP Network Seminar – „Ensuring the right to stay for young farmers and rural youth”
EU CAP Network Seminar – „Ensuring the right to stay for young farmers and rural youth”
Nachbericht von Elias Marbler
Im Rahmen des EU CAP Networks nahmen Eva Zaunmair (Landjugend Oberösterreich) und Elias Marbler (Landjugend Steiermark) am EU CAP Network Seminar am 11. März 2026 in Brüssel zum Thema „Ensuring the right to stay for young farmers and rural youth“ teil. Ziel der Veranstaltung war es, die Herausforderungen für junge Menschen im ländlichen Raum sowie für Junglandwirte sichtbar zu machen und gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten.
Im ersten Teil eines intensiven Arbeitstages, wurden zuerst die vielfältigen Probleme analysiert, mit denen junge Menschen in ländlichen Regionen konfrontiert sind. Dazu zählen unter anderem eingeschränkte wirtschaftliche Perspektiven, fehlende Infrastruktur, begrenzter Zugang zu Bildung und Innovation sowie die Schwierigkeit, landwirtschaftliche Betriebe zu übernehmen.
Im Anschluss wurden diese Themen in Arbeitsgruppen vertieft diskutiert. Dabei brachten die Teilnehmenden aus unterschiedlichen europäischen Ländern ihre Perspektiven und Erfahrungen ein. Besonders interessant war dabei, dass viele Herausforderungen, die in anderen Ländern als große Problemfelder genannt wurden, in Österreich bereits vergleichsweise gut gelöst sind. Somit konnten wir aus österreichischer Sicht oft als Good-Practice-Beispiel dienen und mögliche Lösungsansätze einbringen.
Ein zentraler Teil des Tages war die gemeinsame Entwicklung eines möglichen Aktionsplans. Ziel war es, konkrete Maßnahmen zu formulieren, die dazu beitragen können, jungen Menschen eine Zukunft im ländlichen Raum zu ermöglichen und die Attraktivität der Landwirtschaft zu steigern.
Neben den fachlichen Inhalten spielte auch das Netzwerken eine wesentliche Rolle. Bereits am Vorabend fand ein gemeinsames Abendessen mit Vertreter:innen der CEJA (Rat der europäischen Junglandwirt:innen) statt. In diesem informellen Rahmen konnten erste Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht werden. Der persönliche Austausch trug wesentlich dazu bei, neue Perspektiven zu gewinnen und ein europäisches Netzwerk aufzubauen.
Insgesamt bot die Veranstaltung eine wertvolle Plattform für Dialog, Zusammenarbeit und Ideenaustausch. Die gewonnenen Erkenntnisse und Kontakte stellen eine wichtige Grundlage dar, um die Interessen junger Menschen im ländlichen Raum künftig noch gezielter zu vertreten und weiterzuentwickeln.
Welche Maßnahmen wurden im Aktionsplan festgehalten? (Fachlicher Input von DI Michael Nothnagl; LKÖ):
Im gemeinsam erarbeiteten Aktionsplan wurden konkrete Maßnahmen festgehalten, die den Zugang zu Land, aber auch den generationenübergreifenden Betriebserfolg und Innovationen fördern, und das Leben in ländlichen Räumen attraktiv machen:
- Junge Menschen, die in die Landwirtschaft einsteigen wollen, sollen einfacheren Zugang zu Land erhalten. Dazu sind entsprechende Finanzierungsinstrumente erforderlich
- Steuerliche Regelungen, die den Erhalt des Betriebes bei der Übergabe von Land im Fokus haben sind entscheidend
- Landwirtschaftliche Aus- und Weiterbildung und Mentoring sind notwendig um junge Landwirte bei der Aufnahme der landw. Tätigkeit zu unterstützen
- Zugang zu Informationen soll auf niederschwelligem Niveau verfügbar sein
- Matching-Systeme zwischen Betrieben, die keinen Hofnachfolger haben und jungen Menschen sind ein auszubauendes Modell,
- Steuerliche und rechtliche Begleitung und Beratung dieser Fälle ist für den Erfolg entscheidend
- Ein Fokus auf generationenübergreifende Kommunikation und entsprechende Begleitung ist wichtig
- Internetverfügbarkeit in ländlichen Regionen
- Beteiligung junger Menschen in politischen Entscheidungen (Echte Beteiligung und Ermöglichung von Änderungsvorschlägen anstatt nur der Frage nach der Meinung)
- Ländliche Regionen sind besser zu vermarkten (Attraktivität des ländlichen Raums soll in den Köpfen der Bevölkerung gesteigert werden)
„If we consider youth only as the future of farming,, we risk to exclude them from decisions that effect them today!“
Fotocredits:
Bild 1: EU CAP Network
Bild 2 - 5: Eva Zaunmair