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Weltgesundheitstag - Ständige Erreichbarkeit im Arbeitsleben

Wer ständig erreichbar ist, kann vom Job nicht abschalten!

 

Work-Life-Balance und eine klare Abgrenzung zum Arbeitsleben ist ein heiß diskutiertes Thema.

Das Portal Karriere.at hat im Zuge einer Umfrage von Arbeitnehmer:innen (n=2230) angegeben, dass 75% der befragten Arbeitnehmer:innen auch außerhalb der geregelten Arbeitszeiten erreichbar sind. Davon sind 37% immer und jederzeit erreichbar. Es gibt für diese Umstände selten eine ensprechende Vereinbarung mit dem Unternehmen. Laut der Umfrage geben 64% an, dass es keine Vereinbarung bezüglich der Erreichbarkeit gibt. Nur 14% geben an, dass definitiv eine schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber vorhanden ist.

Hier muss hinzugefügt werden, dass die Umfrage zwar nicht repräsentativ für die Gesamtheit aller Arbeitnehmer:innen ist. Es zeigt jedoch einen Trend in Richtung Entgrenzung der Arbeit. Dazu kommt, dass wegen der Ccoronavirus-Krise mehr Menschen als üblich zu Hause in den eigenen vier Wänden arbeiten. Homeoffice bildet einen weiteren Weg zur Entgrenzung der ständigen Erreichbarkeit, schildert Arbeitspsychologe Christian Korunka der Universität Wien.

Vor der Coronavirus-Krise arbeiteten ca. 15% der Arbeitnehmer:innen gelegentlich im Homeoffice. Jetzt sind es doppelt bzw. dreimal so viele. Das Arbeitsgerät - der Laptop - ist auch in der Freizeit schnell bei der Hand. Es wäre jedoch wichtig nach der Arbeit zu entspannen. Der Wegfall der klaren Grenze zwischen Beruf und Privatleben erhöht das Risiko, psychisch zu erkranken. Hinzu kommt, dass während der Coronavirus-Krise die Urlaubstage letzendlich zu Hause konsumiert werden - an dem Ort, wo man nun sonst arbeitet. Somit ist eine Grenze zwischen Freitzeit und Arbeit noch schwieriger zu ziehen.


Welche möglichen Lösungsansätze gibt es?

>Arbeitsstunden pro Tag festlegen - "Mein Arbeitstag hat XY Stunden, nicht mehr!"

>soziale Isolation bewusst durchbrechen und fehlenden Kontakt kompensieren - "Treffen wir uns auf einen virtuellen Kaffee?" - und bei diesem virtuellen Kaffe mal NICHT über die Arbeit reden.

>den fehlenden Übergang vom Privatleben in den Arbeitsalltag durch einen bewussten "Arbeitsweg" - "In der Früh gehe ich eine Runde um den Block, so als würde ich in's Büro gehen."

>nicht rund um die Uhr verfügbar sein - "Ich bin keine Maschine!"

Zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance gehört es dazu, nicht zu lange zu arbeiten und regelmäßig Pausen zu machen. Niemand kann länger als 10 Stunden produktiv sein - das schaffen auch die Besten nicht.

Podcast Tipp: https://soundcloud.com/wie-du-willst


Quelle: orf.at; karriere.at [Stand: 06.04.2021]

 


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